Ich glaube mein Schwein pfeift!

Wenn man diesen Satz wörtlich nimmt, dann stimmt das. Und zwar vor allem morgens, wenn man die Treppe runter kommt und das Frühstück in greifbare Nähe rückt. 

Was schreibt die Bekloppte da eigentlich? Ich rede natürlich von unseren Meerschweinchen. Derzeit wohnen in Ermangelung eines großen Geheges nur zwei Exemplare bei uns, was sich aber bald ändern soll. Meerschweinchen sind Rudeltiere, und Paar ist bekanntlich noch kein Rudel, auf jeden Fall aber besser als Einzelhaltung. Nie nie niemals sollte man EIN Meerschweinchen halten! 

Der Mythos, das Meerschweinchen super Haustiere für Kinder sind, stimmt übrigens auch nur begrenzt. Älteren Kindern kann man die Pflege durchaus anvertrauen, aber Kuscheltiere sind sie nicht. Außerdem leben sie mit 8 Jahren auch recht lange, also sollte die Anschaffung wohl überlegt sein. Zudem können die Tiere auch mal krank werden und damit einiges an Zeitaufwand und Kosten verursachen, so wie derzeit unser Opi Lumpi.


Warum ich das sage? Weil mein erstes Meerschweinchen wohl ein unüberlegter Kauf war. Also nicht von mir, sondern von dem […] (zutreffende Schimpfwörter bitte einsetzen), der das wehrlose Wesen an einem Novemberabend auf einer Landstraße ausgesetzt hat. Ja, solche Leute gibt es. Und es ist nur einem überaus glücklichen Zufall zu verdanken, dass ich die Kleine auf dem Seitenstreifen gesehen habe und nach kurzer Debatte mit mir selbst, ob ich unter Halluzinationen leide, mit dem Auto gewendet habe, um mich zu vergewissern. 

Und tatsächlich: auf dem Seitenstreifen, auf dem sonst LKW oder Wohnwagen abgestellt sind, watschelte (alle die schonmal eins haben laufen sehen, wissen was ich meine) ein Meerschweinchen lang. Dumm nur, dass Meerschweinchen Fluchttiere sind und links von uns die Autos weiter mit Tempo 70 langbretterten. Mir war also erstmal gar nicht klar, wie ich das kleine Tier fangen sollte, nur, dass ich es musste. Es war schließlich Mitte November und schon ziemlich kalt, ich kam gerade vom ersten Besuch auf dem Weihnachtsmarkt. 

Einfach versuchen einzufangen fiel für mich flach, schließlich hätte es ja auch verletzt sein können und ein unsanftes Zupacken hätte da problematisch sein können. Am besten musste ich eine Höhle bauen, in die ein Fluchttier rein laufen würde. Weihnachtsmarkt sei Dank hatte ich eine Papiertüte im Auto, die ich mit ein paar Blättern am Eingang hinlegte und die mir als Pseudohöhle gut genug schien.

Und jetzt kam das, was mir echt den Angstschweiß auf die Stirn trieb: das Tierchen so bedrängen, dass es nicht auf die Straße, sondern in die Tüte läuft. Hinterher war mir nicht klar, warum ich so einen klaren Kopf behalten habe, aber unglaublicherweise funktionierte mein Plan. Was übrigens, mit dem Tier in der Tüte zurück im Auto, zu folgendem witzigen Telefonat mit dem Herzensmann führte: “Schatz, du wirst mich umbringen, aber ich habe ein Meerschweinchen in einer Tüte im Auto.” “Kriegt es noch Luft?” Ja, manchmal hält mein Mann mich anscheinend für bekloppt. Vermutlich sogar meistens. 


Und so kamen wir zu unserem ersten Meerschweinchen, dass passenderweise auf den Namen Felicitas getauft wurde. Habt ihr schonmal ein Tier gerettet oder adoptiert? 

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