There’s no business like show business

Heute auf dem Programm: wie ich mein perfektes Leben mit Baby wuppe. Natürlich verbringe ich morgens erstmal eine Stunde im Bad, in der ich entspannt in der Wanne liege und diverse Gesichtsmasken #prsamples auflege. Danach föhne ich meine Haare eine halbe Stunde, lege ein komplettes Tages Makeup auf und schmeiße mich anschließend in meinen Designerfummel. 

Dann geht’s mit dem Kinderwagen, der so teuer war wie ein gebrauchter Kleinwagen, los zum Frühstück ins Café. Oh, Mist, ich hab das Kind vergessen!

Reality check. Unser Tag sieht eigentlich immer ziemlich gleich aus. Ausschlafen, Frühstück im Bett fürs Baby Teil 1, fix duschen für die Mutti, Baby waschen, wickeln und umziehen, Frühstück für Mutti und Baby Teil 2, spielen, Mittagsschläfchen, Mutti macht derweil ein bisschen Haushalt, oder schreibt Blogposts, spazieren mit Hund und Baby, und dann beginnt meist die abendliche Runde Dauerstillen.

Wenn der Papa nach Hause kommt spielt er mit dem Süßchen, übernimmt das Wickeln, manchmal gehen wir spazieren, essen Abendbrot (natürlich nacheinander), dann versorgt er die Tiere und bereitet den Tag vor während Mutti schonmal mit dem Baby ins Bett geht, damit alle hoffentlich um 22 Uhr schlafen können. Über den Tag verteilt gab es zudem viele volle Windeln, Geschrei, Kotze und Gesabber. An schlechten Tagen kommen vollgekackte Wäsche, Bauchweh und Quengelei dazu. Ziemlich langweilig, oder?

Bald beginnen noch der Pekip Kurs und das Babyschwimmen, einmal die Woche geht’s zum Stillcafe, und natürlich besuchen wir auch mal jemanden oder werden besucht. Die meisten Tage sind aber so wie beschrieben. Wer jetzt denkt, dass ich einem vermeintlich perfekten Leben hinterher trauere oder gar neidisch bin, dem kann ich versichern, dass ich mir nichts schöneres vorstellen kann als jeden Morgen in das lachende Gesicht meines Süßchens zu gucken und sie beim Großwerden zu begleiten. Ja, igitt, ich bin so eine gefühlsbetonte Muddi. 💕

Aufregen dagegen tue ich mich vor allem über die Show, die auf manchen Blogs abgezogen wird. Nein, ich passe auch 10 Wochen nach der Geburt nicht in meine normalen Jeans. Das geht leider nicht kongruent mit meiner Vorliebe für Eis und Eier mit Speck. Mein Sport besteht aus dem Spaziergang mit Hund und Baby, der manchmal auch sehr kurz oder ganz ausfällt, wenn das Süßchen einen schlechten Tag hat. Es ist hier nicht perfekt aufgeräumt und geputzt, ich bin selten geschminkt und koche kein #foodporn Essen. Heute ist mir meine Frosta Pfanne angebrannt. So. Und zum Kaffee mit Freundin gab’s TK Kuchen. Reicht. Und wer was anderes erwartet, hat eindeutig Pech gehabt.

Social Media ist nicht die Realität, das sollte jedem klar sein, ja, aber ich denke trotzdem, dass diese perfekt aussehenden Mamas mit blitzsauberen Wohnungen einfach nur Druck aufbauen, der weder gut noch gerechtfertigt ist. Die Hauptaufgabe einer frisch gebackenen Mama besteht darin, sich um ihr Baby und um sich selbst zu kümmern. Quasi #afterbabybeckenboden statt #afterbabybody. Wenn ich eine saubere Bude brauche um mich wohl zu fühlen, ok, aber nur weil andere es angeblich schaffen, jeden Tag zum Sport zu gehen, immer wie aus dem Ei gepellt auszusehen und spiegelnde Küchenfronten zu haben, muss ich das nicht als den ultimativen Weg zum Glück begreifen.

Sehe ich das alles zu eng? Rege ich mich sinnlos auf? Es nervt mich einfach. Also bitte, weniger Stress und Druck, dafür mehr Freude und Gelassenheit. Zwischen Wäsche und Windeln passt ein Stück Kuchen. 😘

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