Die Heelin Coo macht muh… glaube ich. 

Der dritte Tag fing unausgeschlafen mit Regen und sehr schweren Beinen an. Das Frühstück war in Ordnung, und weil das Wetter sich einfach nicht besserte, entschieden wir uns, einen Teil der Strecke per Boot zurück zu legen. Der Reiseführer versprach, dass es dann eine sehr schöne Strecke geben sollte: “the best walking yet”. Die Autoren haben echt Humor… aber dazu später.

Wir nahmen also von Rowardennan den Water Bus nach Inversnaid. Die Fahrt dauerte knapp eine Stunde und bot wunderbare Aussichten auf den See und die Umgebung. Außerdem konnten wir die müden Beine noch eine Weile schonen.  Die Etappe lief weiter am östlichen Ufer entlang, wo es ab Inversnaid auch keine Straße oder ähnliches mehr gab.

Der Regen hatte mittlerweile aufgehört und wir machten kurz hinter Inversnaid eine kleine Pause, nicht wissend, dass der Regen uns den Rest des Tages beschäftigen würde, allerdings nicht wie man glaubt. Der Weg wurde ab hier sehr schmal und uneben, und in Kombination mit, ihr ahnt es, dem Regen war das ganze kein einfacher Spaziergang. Teile des Weges führten über glitschige Steine, Bäume standen im Weg, Wurzeln ragten aus der Erde und man musste ständig über kleine Bäche springen. Für den ungeübten Wanderer ein absoluter Traum, kostete es doch meine ganze Kraft und Konzentration, nicht den steilen Abhang runter in den See zu fallen.

Für die 5 km am See längs bräuchten wir sage und schreibe 4 Stunden. Ja, ich hab auch keine Ahnung. Ich zweifele bis heute ob wir den Tag ohne den kleinen Cheat mit dem Boot überhaupt geschafft hätten. Als wir kurz vor Inverarnan, unserem Stopp für die Nacht, waren, fing es natürlich auch wieder an zu regnen.

Die Unterkunft für diese Nacht war Beinglas Farm, eine tolle Wahl wie wir fanden. Es gibt dort für alle Geldbeutel eine Schlafgelegenheit, angefangen bei den Blockhütten mit Frühstück, über Schlafhütten mit Mietschlafsäcken oder den klassischen Campingplatz. Naja, nicht so ganz klassisch vielleicht wenn morgens ein Schaf vor der Tür steht.

Kurz zur Zeit: wir waren ziemlich spät bei unserer Unterkunft, ich meine es war 19 Uhr. Nach der obligatorischen Dusche waren wir froh, dass wir nicht mehr zum Pub ins Dorf mussten, sondern dass es auch direkt vor Ort Essen gab. Also Wäsche in die Waschmaschine und ab in den gemütlichen “Mehrzweckpub”. Bis heute habe ich an diesem Abend übrigens das erste und einzige Mal eine große Lasagne mit Pommes gegessen. Ohne Witz, ich war so fertig nach dem Tag, ich brauchte die Kalorien. 🙈

Es war schon klar, dass wir am nächsten Tag wieder ein bisschen mit dem Bus cheaten mussten, aber da der Weg bis Crainlarich auch entlang der Hauptstraße lief fanden wir das nicht so dramatisch. Der Aufstieg zurück auf den Weg dagegen war ordentlich. Was liegen die blöden Dörfer auch alle in Tälern?P1040275 (3)

Der Rest der Etappe war aber sowohl schön als auch recht entspannt, die Wege waren breit und gut begehbar. Das Zeil des Tages war Tyndrum, eine kleine Bergbaustadt. Tyndrum ist die kleinste Siedlung in UK mit mehr als einer Bahnstation. Zum einen ist das den schottischen Eisenbahnen geschuldet, weil zwei Schienenstrecken zweier verschiedener Eisenbahngesellschaften durch den Ort gelegt wurden, aber die beiden Linien folgen auch der örtlichen Topografie der Täler.

Unser B&B war sehr hübsch und die Besitzerin empfing uns mit Tee und Kuchen. Wir hatten sogar noch Zeit und Kraft, runter in den Ort zu gehen um dort beim lokalen Ich-habe-alles-für-Wanderer Laden, dem Green Welly Stop, noch Wachs für unsere Schuhe nachzukaufen, weil die durch den Regen doch etwas gelitten hatten. Nach einem guten Abendessen im örtlichen Pub sind wir dann auch wieder müde, aber zufrieden ins Bett gefallen und haben uns auf den nächsten Tag gefreut. Wenn denn jetzt auch mal diese dämliche Heelin Coo auftauchen könnte? Bitte?!

to be continued…

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