Fernwandern – was man braucht (und was nicht)

Zunächst einmal vorweg: ich bin weit davon entfernt ein Profi zu sein, mit meinen zwei Fernwanderwegen Erfahrung. Außerdem gehöre ich zu der Luschen Fraktion, die ein weiches Bett und eine heiße Dusche dem Zelt vorziehen und lediglich einen Tagesrucksack mitnehmen. Also für die Hardcore Outdoor Fans ist dieser kleine Ratgeber keine Hilfe, aber für Tageswanderer oder eben Zivilisationskrüppel wie mich kann er durchaus hilfreich sein. Legen wir los.

  1. Ein guter Rucksack

Das A und O beim Wandern ist ein guter Rucksack. Am besten ist es, ihr probiert euch im Outdoor Fachhandel eurer Wahl durch das Sortiment. Da ich recht schmale Schultern habe, bot sich der Deuter ACT Trail SL* für mich an. Es gibt ihn in mehreren Größen, als Tagesrucksack reichen 25-30l völlig aus. Achtet unbedingt darauf, dass ihr eine Regenhülle dafür habt, oder kauft zur Not eine passende. Beim Deuter Rucksack sind die Hüllen standardmäßig in einem kleinen Fach unten im Rucksack. P1040231 (2)

2. Feste Wanderstiefel

Ganz ehrlich, die Leute, die in Turnschuhe los laufen, sind entweder wahnsinnig oder legen keinen Wert auf ihre Füße. Ich möchte euch dringend vernünftige Stiefel aus Leder ans Herz legen.

Warum Leder? Bei einer etwas höheren Außentemperatur, so ab ca. 25 Grad, und am besten noch feuchter Wärme, versagt die atmungsaktive Membran von wasserdichten Schuhen und man steht in seinem eigenen Saft. Leder dagegen kann mithilfe von Wachs (am besten reines Bienenwachs wie Sno-Seal*) wasserdicht gemacht werden, ohne die Poren komplett zu verstopfen, es ist also optimal wenn man, so wie wir, im Sommer unterwegs ist. Zudem pflegt es meine Meindl Jersey Lady Pro* Stiefel und macht sie so länger haltbar. Und denkt daran, neue Stiefel vor dem Wandern einzutragen!

3. Wandersocken

Ja, hier streiten sich auch wieder die Geister, aber Wandersocken mit Woll-Anteil bieten wirklich Vorteile. Zum einen stinken die Füße weniger, und sie verhindern besser als andere Materialien Blasenbildung an den Füßen. Da ich recht empfindliche Waden habe und feste Bündchen nicht vertrage, bin ich mit den Trekkingsocken TK2 Sensitive von Falke* immer gut gefahren. Zwei Paar reichen übrigens völlig aus, einfach über Nacht auslüften und sie sind noch bequemer als am ersten Tag.

4. Kleidung

Am Tag dabei haben solltet ihr unbedingt eine Regenhose und eine gute Regenjacke. Hier muss man auf die Wassersäule achten, denn günstige Jacken haben oft nur eine Wassersäule von 2000mm. Die Norm sagt, dass sich Jacken ab einer Wassersäule von 1500mm als “wasserdicht” bezeichnen dürfen. Das reicht vielleicht für einen Stadtbummel im Regen, aber mich hat so eine Jacke den Zieleinlauf auf dem West Highland Way gekostet. Danach habe ich mir die gleiche Jacke zugelegt wie mein Mann, eine North Face Evolution II Triclimate* die mich seither treu begleitet.P1040926 (2)

Aber: Es hängt davon ab, was ihr mit den Jacken unternehmen wollt, und diese Werte beziehen sich auf neue Jacken. Besonders da, wo der Rucksack aufliegt, wird die Membran stark beansprucht und verliert einen Teil ihrer guten Eigenschaften. Außerdem solltet ihr eure Jacke regelmäßig imprägnieren.

Ansonsten: geht bitte nicht in Jeans und T-Shirt wandern, sondern nutzt schnell trocknende und atmungsaktive Funktionskleidung. Ich habe immer eine 2-in1-Hose getragen ähnlich wie diese hier*, damit ich an warmen Tagen nicht eingehe, und eine kurzärmelige Bluse. Das alles bezieht sich natürlich auf Wanderungen im Sommer, im Winter braucht man eine andere Ausrüstung.

5. Im Rucksack dabei

Neben der bereits erwähnten Regenkleidung sollte man immer eine Wanderkarte, am besten regenfest, dabei haben, sowie einen kleinen Kompass*. Unsere Wanderwege waren durchweg hervorragend gekennzeichnet, sodass wir uns nie verlaufen haben, aber Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste. Ebenso sinnvoll ist ein kleines Erste-Hilfe-Kit, mit dem man einfache Verletzungen unterwegs versorgen kann.

Bevor man losläuft, sollte man sich auch mit dem Outdoor Code vertraut machen. Ja, auch menschliche Bedürfnisse unterliegen gewissen Regeln* und ich empfehle daher immer, ein kleines Klappschäufelchen* dabei zu haben. Ohne Witz, es wurde schonmal gebraucht. Für das obere Ende (man muss ja auch was nachfüllen, gell) habe ich ein Faltbesteck* dabei, falls das Lunch Paket mal einen Joghurt hergab war das ziemlich praktisch. Ein gutes Taschenmesser sollte natürlich nie fehlen, und auch eine Wasserflasche solltet ihr dabei haben. Auf Glas würde ich wegen des Gewichts und der Bruchgefahr verzichten.OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Das ist übrigens so ziemlich die wichtigste aller Regeln: packt leicht! Ihr werdet schnell merken, was ihr wirklich braucht. Und das allerwichtigste: diese Liste ist bestimmt nicht vollständig.

Habt ihr noch gute Tipps, was man unbedingt beim Wandern beachten sollte?

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