Impfen – ein Reizthema

Zunächst einmal: ja, das Süßchen wird geimpft. Ich selbst bin sehr froh, dass es Impfungen gibt, und man so Krankheiten mit schweren Verläufen vermeiden kann. Als Baby, obendrein noch ein Frühchen, wäre ich fast an einer Keuchhusten Infektion drauf gegangen. So habe ich mich vor der Schwangerschaft auch nochmal gegen Masern-Mumps-Röteln impfen lassen, weil ich in meiner Kindheit nur eine Dosis erhalten habe, um das Leben von meinem Baby nicht zu gefährden. Schulen sind nämlich ein Seuchenpfuhl.

Warum also überhaupt darüber diskutieren? Wie jedes andere Arzneimittel, können Impfungen natürlich Nebenwirkungen haben. Harmlose, kurzfristige wie eine erhöhte Körpertemperatur oder eine Schwellung um die Einstichstelle herum, aber leider auch schwerwiegende Erkrankungen, die womöglich erst Jahre später auftreten. Ich werde hier nicht anfangen, Studien zu zitieren, denn ich habe im Studium vor allem eins gelernt: Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast.syringe-1974677_1920

Natürlich ist man als medizinischer Laie darauf angewiesen, eine gute Beratung durch den Kinderarzt zu kriegen, aber ich habe mich zusätzlich auch auf der Internetseite der StIKo schlau gemacht. So wurde unser Baby erst etwas später, nämlich mit 3 Monaten, aber dann gegen alles bis auf Rotaviren geimpft. Dafür gab es einfach keine Indikation, da es keine potentiellen Überträger im Haushalt gibt, und eine Infektion für gesunde Kinder ist zwar doof, aber nicht lebensgefährlich. Außerdem verschiebt die Impfung nur eine Ersterkrankung, und es ist wesentlich einfacher ein an Rotaviren erkranktes Kind mit Stillen weiter zu ernähren als wenn es älter und abgestillt ist. Soweit meine Meinung.

Gegen alles andere wurde und wird das Süßchen allerdings geimpft. Sie hat die erste 6fach Impfung gegen Polio, Tetanus, Diphterie, Keuchhusten, Hepatitis B, Hib und die gegen Pneumokokken bekommen. Besonders bei der letzteren habe ich allerdings lange überlegt, da ich selbst diese Impfung auch schon gekriegt und nicht gut vertragen habe. Allerdings ist das Risiko aus meiner Sicht recht hoch, sich damit anzustecken, da der Süßchenpapa auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln pendelt, und eine Infektion kann schwerwiegende Krankheiten wie z.B. eine Hirnhautentzündung hervor rufen.

Ich merke jedoch auch, dass die Impfung ihr sehr zugesetzt hat bzw. es auch 5 Tage danach immer noch tut. Der Eingriff in den Körper durch eine Impfung ist massiv, das sollte man nie vergessen oder auf die leichte Schulter nehmen. Letztendlich muss man sich aber auch der Frage stellen, ob man es gegenüber dem eigenen Kind, aber auch Kindern, die aus verschiedenen Gründen nicht geimpft werden können, nicht schuldig ist, sie vor schlimmen Folgen einer Infektion zu schützen, wenn man die Möglichkeit dazu hat. Daher: informiert euch, redet mit eurem Kinderarzt, sucht euch ggf. weitere Beratung und dann tut das, was ihr mit euch und eurem Gewissen vereinbaren könnt. Nur bitte unterlasst eines: missionieren.

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