Die Tauftorte, oder auch: erinnert mich beim nächsten Mal daran, dass ich das NIE WIEDER mache

Ich habe ja ein kleine Leidenschaft für’s Backen. Besonders bei Stress finde ich wirklich tiefe Entspannung darin, ein paar nette Cupcakes zu saubern, und habe darum regelmäßig den Süßchenpapa sonntags zum Wahnsinn getrieben, weil wir natürlich nicht mehr genug Butter im Haus hatten. Deshalb geht es natürlich auch um meine Hobbybäckerinnen-mit-Anspruch Ehre, wenn die Taufe vom Süßchen ansteht und eine Tauftorte her muss.

Jede gute Torte beginnt mit guter Planung, besonders wenn man nebenbei noch ein kleines Baby hat. Es sollte also eine zweistöckige Torte werden, hab ich zwar noch nie gemacht, aber wird schon. Der untere Teil sollte aus einen Schoko-Rührkuchen bestehen, gefüllt mit einer Beeren-Buttercreme und ummantelt mit weißer Ganache. Der obere sollte ein Biskuitboden (mein Angstgegner) sein, klassisch gefüllt mit Marmelade und Vanille-Buttercreme, ummantelt mit Swiss Meringue Buttercreme. Beide Stockwerke sollten mit einer Decke aus weißem Fondant eingeschlagen werden und dann mit Blüten aus  Fondant in verschiedenen Violetttönen verziert werden. Soweit der Plan.

Die Blüten stellten sich schonmal als recht simpel heraus. Mithilfe von Veiners* kann man auch als Anfänger recht zügig schöne Blüten herstellen, z.B. aus Fondant oder Blütenpaste. Ich habe im Vorfeld entschieden, bereits fertig eingefärbten Fondant* zu nehmen, um die potentiellen Stolperfallen zu minimieren. Die Büten habe ich dann noch mit Zuckerperlen verziert, alternativ könnte man sie auch noch bemalen.


Ein komplizierter Fall waren die Buchstaben. Ich habe mich für Schablonen entschieden, mit denen man den Fondant ausstechen konnte, bin aber im Nachhinein nicht sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Durch die Konstruktion (mehrere Buchstaben in einer Reihe und sehr flacher Rahmen) wurden die Ränder fransig und auf den Buchstaben sah man teilweise Abdrücke vom Rahmen. Ich denke, dass Buchstaben aus Kuvertüre gegossen besser geworden wären, aber meine Handschrift ist… naja, lassen wir das. Mein Dank geht an den Süßchenpapa, der die Ränder mit einer Engelsgeduld glättete.

Zwei Tage vor der Taufe begann dann die eigentliche Arbeit. Die untere Etage der Torte sollte aus einem Schoko-Rührteig gefüllt mit Beeren-Buttercreme bestehen. Der Rührteig ist eigentlich simpel genug (reicht für 3 Böden mit dem Durchmesser 26cm): 375gr weiche Butter mit 375gr Zucker und einer Prise Salz schaumig schlagen, dann einzeln 8 Eier (Zimmertemperatur) unterziehen, danach 300gr Mehl mit 1,5 EL Backpulver und 75gr Backkakao unterrühren. Besonders der erste Schritt braucht Zeit, umso fluffiger wird der Kuchen am Ende. Das ganze in eine gefettete Springform mit 26cm Durchmesser gießen und im Ofen bei 160 Grad Umluft oder 180 Grad Ober-/Unterhitze ca. 40 min backen. Wenn der Kuchen dann noch flüssig ist, einfach weiter backen und immer wieder mit der Stäbchenprobe testen. Unbedingt auch auf die Hitze achten, im Zweifel lieber länger, aber kälter backen, sonst geht der Kuchen in der Mitte zu stark auf und reißt. Am besten über Nacht komplett auskühlen lassen.

Die Beeren-Buttercreme kann mit einem beliebigen Mix aus pürierten Beeren machen, ich habe tatsächlich sogar auf einen fertigen Smoothie zurück gegriffen. 1l davon werden mit 90 gr Stärke zu einem Pudding gekocht. Wie beim Pudding auch, die Stärke vorher in kaltem Smoothie anrühren, ggf. Puderzucker dazu geben (ich habe darauf verzichtet) und dann zum kochenden Rest dazu geben. Immer die Flüssigkeit zur Stärke geben, damit keine Klümpchen entstehen. Damit man die Stärke hinterher nicht mehr raus schmeckt, muss das ganze jetzt noch ein bisschen köcheln, ruhig probieren. Dann den Pudding sofort direkt auf der Oberfläche mit Frischhaltefolie bedecken, damit sich keine Haut bildet. Die Butter (500gr) und den Pudding am besten über Nacht die gleiche Temperatur annehmen lassen, dann gerinnt auch nichts. Am nächsten Tag wird die weiche Butter dann mit etwas Puderzucker aufgeschlagen und der Pudding löffelweise untergerührt.

Der obere Teil der Torte bestand aus einem Biskuitboden gefüllt mit klassischer Vanille-Buttercreme. Da ich extrem faul bin, habe ich die 6 Eier für den Biskuit nicht getrennt, sondern einfach zusammen in der Küchenmaschine 30 min schlagen lassen. Wer keine Küchenmaschine hat, muss das Eiweiß getrennt aufschlagen und unter die Eigelbe unterziehen. Die Eier werden mit 200gr Zucker und Vanillezucker schaumig geschlagen, danach werden 50gr Stärke und 150gr Mehl sowie 1TL Backpuler und eine Prise Salz in die Eimasse gesiebt und vorsichtig untergerührt. Das ganze wird dann in einer Springform mit 20 cm Durchmesser bei 160 Grad Umluft oder 180 Grad Ober-/Unterhitze ca. 40 min gebacken. Wichtig: nur den Boden der Springform fetten, sonst kann der Teig nicht den Rand “hochkrabbeln”. Und lasst bloß die Ofentür zu, sonst macht der Biskuit direkt puff. Die Vanille-Buttercreme ist eigentlich ein Klassiker: Vanillepudding für 500ml Milch nach Anweisung kochen, auch hier wieder direkt Frischhaltefolie auf die Oberfläche legen. Mit 250gr Butter wie die Beeren-Buttercreme weiter verarbeiten.

Dann kam das Füllen. Zunächst wurden aus den Kuchen 3 Böden geschnitten, ich persönlich mache das gerne mit dem Tortenboden-Blitz*  mit 1,5 cm Stärke. Anschließend habe ich die Torten gefüllt, am einfachsten geht das mit einem Tortenring. Wichtig: Zeit. Man sollte alles immer gut durchkühlen lassen, ehe man weiter arbeitet, damit die Torte stabil bleibt. Wenn man mehr als eine Etage macht, sollte man zumindest den oberen Teil unbedingt auf einer Cake Drum* füllen, ich habe eine wiederverwendbare gekauft. Pappe tut es natürlich auch. Eingeschlagen habe ich den unteren Kuchen mit weißer Ganache, den oberen mit Marshmallow-Fluff Buttercreme. Egal was euch schmeckt, es sollte unbedingt fondanttauglich sein, damit der Fondant euch nicht zerfließt. Nach einer erneuten Kühlung habe ich die Böden dann in Fondant eingeschlagen und verziert. Zum Kleben der Blüten reicht übrigens Wasser, wenn man die Torte nicht ewig transportieren muss. Gestapelt werden die Böden auf Stützen, ich habe 4 simple Cocktail Strohhalme in den unteren Teil gesteckt und dann den oberen Teil auf der Cake Drum aufgesetzt. Am besten schmiert man noch ein wenig Ganache dazwischen, damit der obere Teil auch wirklich nicht abrutschen kann.

Chronik der Nervenzusammenbrüche: der erste Rührteigboden war zu heiß gebacken und ich kriegte keine 3 Böden raus. Also neu backen. Zu wenig Eier, deshalb Turbo Kühlung einen Tag zu spät. Dann das einschlagen mit Ganache und Marshmallow-Fluff Buttercreme. Das muss super glatt sein, sonst sieht man die Hubbel unterm Fondant. Danke an den Süßchenpapa, ich hatte die Nerven nicht. Die fertig ausgerollte Fondant Decke war zu klein für den unteren Boden. Nochmal danke an den Süßchenpapa, der ganz vorsichtig den Fondant ausrollte. Und zu guter Letzt die Bordüre, die in der benötigten Länge beim anbringen immer riss. Hab ich mit den Blüten überdeckt. So.

Ging, oder? Trotzdem gibt’s beim nächsten Mal ne Benjamin-Blümchen-Torte. Naja. Wer mich kennt, weiß, ich bin bekloppt genug das wieder zu tun.

 

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