Unverhofft kommt oft… doppelt.

Mein letzter Blogpost ist eine gefühlte (ok, eine reale) Ewigkeit her, und ich finde erst jetzt langsam wieder Worte für die letzten Wochen und Monate. Dafür sind es auch Worte des Glücks und der Vorfreude.

Wie man vielleicht schon gelesen hat, erwarten wir wieder Nachwuchs, und zwar gleich im Doppelpack. Ich muss ehrlich zugeben, dass ich tagelang völlig paralysiert war. Hiobsbotschaften in der Schwangerschaft kann ich jetzt auf jeden Fall. Als ich da auf dem Stuhl saß und einfach nur erleichtert war, dass meine Blutung, wegen der ich dort war, keine Konsequenzen hatte, und noch so mit der Ärztin rum flachste, dass es ja Gott sei Dank nur ein Baby wird, und auf einmal sind da zwei Herzen… Leute, da ist mir mein selbiges direkt in die Hose gerutscht. Völlig ungläubig starrte ich auf diesen Bildschirm, aber es waren zweifelsfrei zwei Feten zu sehen.

Mein Vater war mit dem Süßchen im Wartezimmer geblieben, und ich war wohl kreidebleich als ich zu den beiden zurück kam. „Alles ok?“ Wortlos hielt ich zwei Finger in die Luft. „Aha, Zwillinge. Ich kauf den Kinderwagen“, meinte Papa nur trocken.

Preisfrage: was macht man, wenn der Ehemann gerade auf der Arbeit einen wichtigen Vortrag halten muss? Richtig, nix. Als ob er’s geahnt hätte, klingelte 3 min später mein Handy mit einer Nachricht: „Und, alles ok?“ Ich rief umgehend zurück. „Sitzt du? Setz dich mal hin.“ „Ok. Ich sitze.“ „Es ist alles in Ordnung. Nur doppelt in Ordnung.“ Totenstille am anderen Ende der Leitung. „Was meinst du da…“ „Es sind zwei. Wir kriegen Zwillinge.“ Der Arbeitstag war gelaufen, mein Mann machte sich umgehend auf den Weg nach Hause. Berichten zufolge saß er beim Telefonat in der Cafeteria und brach danach in Tränen aus, so dass das Personal angerannt kam um zu fragen ob das Essen so schlecht sei.

Die folgenden Tage der Schockstarre, Planlosigkeit und Angst blende ich mal aus. Aber ganz ehrlich: uns ging der Arsch auf Grundeis. Nicht genug, dass ich ungeplant schwanger war, jetzt sollte unsere dann knapp zweijährige Tochter auch noch zwei Geschwister kriegen. Langsam sickerte das in unseren Kopf: neues Auto, diverse Umbaumaßnahmen im Haus, größere Mülltonne (ja, das darf man auch nicht vergessen!), und vor allem natürlich die doppelte Arbeit mit zwei kleinen Babys.

Mittlerweile sind wir sehr froh und freuen uns auf unsere beiden Mädels. Es gibt immer noch Momente, in denen ich schon beim Gedanken an zwei weitere Kinder verzweifle, besonders wenn das Süßchen mal wieder filmreife Schreianfälle hat oder am liebsten den ganzen Tag getragen werden möchte. Die Schwangerschaft mit Zwillingen ist auch deutlich beschwerlicher als mit einem Kind, aber dazu schreibe ich die Tage mal mehr.

Und so geht das Abenteuer hier weiter. Einfach wäre ja auch… langweilig.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.