Schwanger mit Zwillingen – was heißt das eigentlich für den Alltag?

Eins schicke ich direkt vorweg: das ist mein persönlicher Erlebnisbericht. Er hat weder Allgemeingültigkeit noch soll er in irgendeiner Form Ratschläge geben, aber vielleicht kann er ein bisschen Trost sein für andere Schwangere, denen es ähnlich geht.

In Retrospektive kann ich sagen, dass meine erste Schwangerschaft sehr komplikationsarm verlief, auch wenn meine damalige Frauenärztin alles tat, um mir ein anderes Bild zu vermitteln. Als Konsequenz wechselte ich den Arzt direkt nach der Geburt, weil ich diese Panikmache nicht mehr weiter aushalten wollte. Als diesmal feststand, dass ich erneut schwanger bin (natürlich zunächst mit einem Kind), suchte ich mir als Konsequenz sofort eine Hebamme, die auch eine Hausgeburt betreuen würde. Wie, Hausgeburt nach den Erfahrungen der letzten Geburt?

Ja. Ich habe mich lange belesen und mit vielen Menschen über das Thema gesprochen und bin deshalb zu dem Schluss gekommen, dass die Umstände in der Klinik und meine Naivität einen wesentlichen Beitrag zu dem Geburtsstillstand am Ende beigetragen haben. Eine konsequente Eins zu Eins Betreuung zuhause, in gewohnter Umgebung und mit Mann und Kind dabei, erschien mir deutlich sicherer als die durch personelle Probleme schlecht betreute Geburt in einer Klinik. Zudem ist die nächste Klinik in vier Minuten erreichbar, im Zweifel konnte man also auch dahin ausweichen.

Und dann kam der Moment der Wahrheit, und eine außerklinische Geburt war gestorben. Trotzdem behielt ich die Betreuung durch meine Hebamme auch vor der Geburt, ergänzt um meine Frauenärztin und eine Pränataldiagnostikerin. Eine Zwillingsschwangerschaft ist per Definition eine Risikoschwangerschaft, und von allen Seiten wurde mir eine engmaschige Überwachung angeraten. Gerade im ersten Trimester war ich dafür sehr dankbar, weil es mir wirklich schlecht ging: Blutungen, Übelkeit, Kreislaufprobleme, Müdigkeit… das ganze zog sich bis in die 12. Woche, ab da ging es bergauf. Meine Blutwerte zeigten allerdings viele Mängel an, die Menge an Nahrungsergänzungsmitteln wuchs proportional zum Bauch, und trotzdem fühlte ich mich nur mittelmäßig gut und kämpfte mit vielen Infekten.

Das ist leider bis heute so. Besonders hartnäckig kehrt eine Nasennebenhöhlen Entzündung immer wieder, und die Allergiesaison ist da auch nicht hilfreich. Ungefähr mit der 20. Woche kamen dann auch Beschwerden dazu, die ich eigentlich viel später in Erinnerung hatte: Symphysenschmerzen, Sodbrennen, Rückenschmerzen, Übungswehen, Wassereinlagerungen. Mir graut es vor der Hitze im Sommer, wenn ich ehrlich bin, und die letzten Tage haben mich in meinen Vorahnungen bestätigt. Zwei Monate habe ich noch vor mir, in denen ich mir so viel Ruhe gönne wie nur möglich und ganz viel Zeit mit meiner Erstgeborenen verbringen möchte, denn sobald die Zwillinge da sind, werden sie mich vermutlich erstmal sehr unter Beschlag nehmen.

Diese Schwangerschaft läuft also bis jetzt ohne allzu ernste Komplikationen ab, allerdings ist sie wirklich sehr viel beschwerlicher als die erste. Zum einen ist das natürlich dem geschuldet, dass bereits ein Kleinkind da ist welches viel Zuwendung und Hilfe braucht, aber auch die zwei Mädels im Bauch fordern viel von mir. Ein bisschen traurig bin ich schon, weil ich gern eine „unbeschwertere“ zweite und nun definitiv auch letzte Schwangerschaft gehabt hätte, aber vor allem bin ich froh, dass bisher alles darauf hindeutet, dass die Zwillinge sich gut entwickeln, dafür quäle ich mich gern noch durch die letzten Monate. Naja, gern ist übertrieben, aber es hat ja ein absehbares Ende.

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